In dieser Ausgabe rauscht, raschelt und plappert es und klirrt das Kaffeegeschirr im Hintergrund.

Drei Jahre ist es nun schon her, dass ein unterbezahlter Radiomacher sich mit seinem neu angeschafften Aufnahmegerät in die mitteleuropäischen Laubwälder aufmachte. Wir lauschen zurück in diese Zeit der Ursprünge der Sendung zum Zuhören, wo Eichen und Buchen mit ihrem Laub die Wälder besingen. Und wir hören Peter Androsch erzählen vom wundersamen Feld der akustischen Ökologie.

Im stürmischen November durchschneidet ein Schilfgebüsch auf einer Lichtung im Wienerwald mit säuselndem Pfeifen den Westwind.

Mehr Einträge aus dem Sound-Kalender 2021 gibt es hier.

Im Meditatitionsraum des buddhistischen Zentrums Scheibbs befindet sich ein Kleinod akustischer Installationskunst. Die Heizkörper, die über einen Holzofen im Nebenhaus betrieben werden, dehnen sich nämlich beim Erwärmen mit polyrhythmische Klopfkaskaden aus. Vor allem in der Früh, wenn die Heizung eingeschalten wird, entsteht dadurch eine anspruchsvolle Klangkulisse für die Morgenmeditation.

In dieser Ausgabe hören wir das gespannte Knistern in dunklen Zuhörerinnenräumen.

Zum zweiten Mal hat die Gehörschnecke im Juni 2021 den Darkroom besucht, den der Kluturverein shizzle seit bald zwei Jahren im Kultur Café Max in Wien Hernals veranstaltet. Im dunklen Kaffeehaus lauschen wir der Musik von Anna Anderluh und Jakob Schauer und erfahren, wie aus Klängen Räume werden und wodurch man die Anwesenheit des Publikums spürt.

In dieser Ausgabe hören wir, wie es klingt, wenn das Gehör einmal nicht mehr alles mitmacht und zu macht.

In einem Beitrag aus dem letzten Jahr erzählen uns der Musiker und Komponist Alfredo Ovalles und die Radiomacherin Verena Bauer von Hörsturzerlebnissen und ihren Erfahrungen mit dem eingeschränkten Hörsinn. Mittels modernster Audio-Technik können wir dabei am eigenen Ohr erfahren, wie es klingt, wenn man nicht mehr alles hört (für den vollen Genuß bitte Kopfhörer verwenden).

Dazu gibt es Musik des Trios Chupakabra … und zum Ausklang heiliges Dröhnen aus dem Gehörschneckenarchiv.

Auf dem karnischen Höhenweg geraten wir plötzlich in eine Herde italienischer Schafe. Obwohl diese Unterscheidung vor allem auf wissenschaftlich unbegründeten Vorurteilen beruht. Akustisch lässt sich in den Blökrufen der italienischen Schafe nämlich ein größerer Variantenreichtum hören, als zwischen der österreichsichen und der italienischen Schafnation nachgewiesen werden kann – und umgekehrt!

Seit Mai bin ich Mitbesitzer eines VW-Busses. (Nach langer PKW-Verweigerung und ökologischem Urlauben mit Fahrrad und Bahn lässt sich diese Entwicklung vielleicht als Ausdruck zunehmenden Alters interpretieren.) Als Autobesitzer und auch -benutzer bin ich auch zum Fahrgeräuschelauscher geworden. Und unter diesen ist das wohl prägnanteste jenes Geräusch, das vorher noch nicht da war. Dieses war nach einer längeren Ausfahrt in Richtung Süden plötzlich da, ein unangenehmes Knarzen rechts vorne. Der Mechaniker fand nach zehn-minütigem Autoschaukeln, Lauschen und nach Vibrationen Tasten die Geräuschquelle. Unangenehmerweise stand schon am Prüfbericht des Automobil-Clubs, dass dieser Teil ausgetauscht gehört. Es ist aber trotzdem immer schön dabei zu sein, wenn Handwerker mit dem Gehörsinn arbeiten.

In dieser Ausgabe der Gehörschnecke lauschen wir den Stimmen der gefiederten Waldbewohner – in Originalgeschwindigkeit und transponiert für das Violoncello.

Zusammen mit dem Hobbyornithologen Helmut Pfeiffenberger suchen wir gut versteckte Sänger im Auwald hinter dem Lusthaus und erörtern das beste Wetter für Liebeslieder. Und mit Musiker und Klangkünstler Arnold “noid” Haberl pitchen wir 64 gefiederte Arien ins Register des Violoncellos und versuchen die Frage zu beantworten, ob es die Nachtigall war oder doch die Amsel, die eines Nachts sein banges Ohr durchdrang.

Links: LOVE – 64 calls of a nightingale transcribed for violoncello @ 10% speed

Im malerischen Küstendorf Koromačno auf Istrien entdecke ich ein Zementwerk. Obwohl … entdecken ist nicht der richtige Ausdruck, denn das Gebäude hat mehr Masse als die ganze Ortschaft. Und noch ein paar Nachbarorte dazu. 2026 feiert es seinen hundertsten Gebrutstag, meint der Kellner des Gasthauses, von dessen Terasse man direkt auf das riesige Werk blickt. Aber nicht nur optisch prägt es die Landschaft – auch akustisch mischen sich das überdimensionierte, sich ständig drehende Metallrohr und die veschiedenen Quietsch- und Zischlaute charaktervoll in die adriatische Kulisse.

In dieser Ausgabe lauschen wir den Geräuschen in der eigenen Gehörschnecke und dem Geplapper der Drauquelle.

Begleitet von einem Tinitus zu einem Besuch beim HNO-Arzt, sprechen wir mit dem Hörakustiker David Wanderer über politische Missverständnisse und Sprachbananen und erfahren einiges über den Sinn im Unsinn der Freiburger Sprachverständnisschule. Zwischen Hochtönen und Dadaismus reisen wir dabei tief ins Innere des Innenohrs, begleitet von der ausgebildeten Stimme von Bernd Satzinger. Und dann plätschern wir nahe Toblach/Dobbiaco aus der Drauquelle ins Flussbett hinab …

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